Selbsthilfegruppen
Lebersche
Optikusneuropathie
Schweiz und
Deutschland

Journal Nr. 1
November 1996
| Editorial | St. Schädler |
| Die retinalen Blutgefässe bei der LHON | Dr. D. Mojon |
| Forschungsergebnisse zur Leberschen Optikusneuropathie | Dr. B. Leo-Kottler |
| Tätigkeitsbericht Selbsthilfegruppe | St. Schädler |
Editorial Zurück
Am 15. Juni 1996 fand in der
Eingliederungsstelle für Sehbehinderte in Basel das bisher größte
Treffen von Betroffenen der Leberschen Optikusatrophie statt.
Dabei waren über 40 Personen, je zur Hälfte aus der Schweiz und
aus Deutschland an diesem Treffen anwesend. Mit fast einem halben
Jahr Verspätung erscheint nun die schriftliche Zusammenfassung
der für die Betroffenen sehr interessanten Referate. An dieser
Stelle möchte ich den Referenten, Herrn Dr. Mojon, Herrn Fritz
Buser und Frau Dr. Leo-Kottler für ihr Engagement in Forschung
und Praxis für die Anliegen der Betroffenen der Leberschen
Optikusatrophie ganz herzlich danken. Den Forschern und
Mitarbeitern sowie dem Dolmetscher für die französischsprachigen
Teilnehmer, Herrn Amadori, die auch während des Treffens hinter
den Kulissen großen Einsatz geleistet haben, möchte ich im
Namen aller einen besonderen Dank aussprechen. Herzlich danken möchte
ich auch der Eingliederungsstelle für Sehbehinderte und ganz
besonders Herrn Fritz Steiner, die uns die Räumlichkeiten zur
Verfügung gestellt hatte.
Diese Zusammenfassung soll als erstes Journal mit dem Titel
"Die Lebersche Optikusatrophie" erscheinen, um
Fachleute, Betroffene und ihre Angehörigen über diese
Erkrankung des Sehnerven zu informieren. Das Journal richtet sich
aber auch an jene Sehbehinderte, die neu an der Leberschen
Optikusatrophie erkrankt sind und sich über die aktuelle
Forschung und die Folgen im Umfeld dieser Erkrankung informieren
möchten. Das Erscheinen dieses Journals ist mit dem Wunsch
verbunden, daß auch in Zukunft weitere dieser
Informationsschriften erscheinen werden. Fachleute, Sehbehinderte
und Interessierte sind dazu herzlich eingeladen, eigene Beiträge
für kommenden Ausgaben dieses Journals zu schreiben.
Nach dem Treffen in Basel haben sich einige Teilnehmer aus
Deutschland für die Gründung einer eigenen Selbsthilfegruppe
interessiert. Erfreulicherweise hat sich Herr Björn Kempe für
diese Aufgabe bereiterklärt und arbeitete in der Zwischenzeit
mit großem Einsatz an der Gründung eines Vereins in Deutschland.
Untenstehend finden Sie die Adressen der Ansprechpersonen der
Selbsthilfegruppen der Schweiz und Deutschland.
Bei der Lektüre des ersten Journals "Die Lebersche
Optikusatrophie" wünsche ich Ihnen viel Vergnügen.
Stefan Schädler
Tätigkeitsbericht der Selbsthilfegruppe Schweiz Zurück
Stefan Schädler
Auf einen Artikel über die
Lebersche Optikusatrophie, der am 15. März 1992 in "DER WEG",
dem offiziellen Organ des Schweizerischen Blinden- und
Sehbehindertenverbandes, meldeten sich zahlreiche Sehbehinderte
und Fachleute.
Einige Sehbehinderte, die sich auf den Artikel gemeldet hatten,
waren wenig über die Erkrankung Informiert worden oder es
bestanden Zweifel darüber, ob es sich tatsächlich um die
Lebersche Optikusatrophie handeln würde. Einige der Betroffenen
wurden in der Folge durch eine genetische Untersuchung oder durch
weitere Untersuchungen beim Arzt abgeklärt.
Am 27. März 1993 trafen sich 13 Interessierte, Betroffene der
Leberschen Optikusatrophie mit ihren Angehörigen in Burgdorf.
Eine Informationsschrift über die Lebersche Optikusatrophie
wurde allen Interessierten, sowohl Fachleuten als auch
Betroffenen abgegeben. Diese Informationsschrift wurde im Herbst
1994 mit Frau Dr. Leo-Kottler überarbeitet und neu herausgegeben.
Ich durfte seither einigen neu Erkrankten aber auch bei
Sehbehinderten, die seit längerer Zeit an dieser Krankheit
leiden, telefonische oder schriftliche Beratungen anbieten. Die
Weitergabe dieser für die Betroffenen sehr wichtigen
Informationen stieß auf großes Interesse.
Im Oktober 1993 und im September 1994 fanden weitere Treffen der
Selbsthilfegruppe in Langenthal statt. Dabei waren wiederum etwa
13 Personen anwesend. Einmal wurden die Anwesenden von Frau Dr.
Leo-Kottler aus Tübingen über die Krankheit und die aktuelle
Forschung informiert. Wegen zu geringer Anmeldezahl wurde das
Treffen vom 25. November 1995 abgesagt.
Seit dem ersten Artikel sind weitere Beiträge im Verbandsorgan
"DER WEG" erschienen.
2. Struktur der Selbsthilfegruppe
Die Selbsthilfegruppe besteht
seit dem ersten Treffen ohne Vereinsstrukturen. Seither haben
sich weitere Personen gemeldet, die an einer Leberschen
Optikusatrophie leiden. Die Zahl der von einer Mutation
betroffenen Familien ist in der Schweiz niedrig und wird auf etwa
10 - 14 Familien geschätzt. Da die Anzahl der Betroffenen in der
Schweiz klein und das Interesse, in einem eigenständigen Verein
aktiv mitzumachen, gering war, wurde anstelle einer Vereinsgründung
daran gedacht, die Selbsthilfegruppe als Kommission oder
Untergruppe einem größeren Verband anzuschliessen. Die RP-Vereinigung
lehnte einen Anschluß ab. Der Schweizerische Blinden- und
Sehbehindertenverband war anfänglich an einem Anschluß
interessiert und verlangte die Ausarbeitung eines
Kommissionsreglementes. Nach Einreichung eines entsprechenden
Entwurfes wurde der Anschluß als Kommission an den Verband
abgelehnt.
Um den Bedarf und die Ziele einer Selbsthilfegruppe oder gar
eines Vereins abschätzen zu können, wurde im Sommer 1995 eine
Umfrage durchgeführt.
3. Umfrage
Die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage, die im Sommer 1995 durchgeführt wurde, sollen hier vorgestellt werden:
4. Zukunftsperspektiven
Aus der Umfrage geht hervor, daß es für die Gründung und Erhaltung eines Vereins von Betroffenen der Leberschen Optikusatrophie zu wenig aktive Mitglieder in der Schweiz finden läßt. Wie schon erwähnt wurde, kann sich die Selbsthilfegruppe nicht als Kommission oder Untergruppe einem anderen Verband anschließen. Aus diesen Gründen wird die Selbsthilfegruppe als freie und unabhängige Gruppe ohne Vereinsstrukturen weiterbestehen. Nach dem Treffen in Basel wurde erwägt, die Selbsthilfegruppe Schweiz der Selbsthilfegruppe Deutschland bzw dem Süddeutschen Raum anzuschliessen.
5. Finanzen
Auf einen Antrag hin wurde der Selbsthilfegruppe 1992 eine finanzielle Starthilfe von 1300.-- Franken durch den schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband zugesprochen. Dieser Betrag wurde für Kopien und Versand der Informationsschriften und der Einladungen zu den Treffen verwendet und dienten auch der Deckung der Unkosten der jährlichen Treffen. Die Unkosten der Treffen wurden auch durch freiwillige Beiträge der Teilnehmer gedeckt. Herr Hans Häfeli hat sich bereit erklärt, die Kasse der Selbsthilfegruppe zu verwalten und übernahm auch Kopier- und Versandarbeiten. Für seinen Einsatz möchte ich an dieser Stelle herzlich danken. Nach mehreren Anträgen in den letzten 3 Jahren hat der Schweizerische Blinden- und Sehbehindertenverband im Juni 1996 weitere 1500.-- Franken überwiesen, um die weitere Existenz der Selbsthilfegruppe auch finanziell zu sichern. Dem Schweizerischen Blindenverband danken wir an dieser Stelle ganz herzlich für die finanzielle Unterstützung.
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